Viele neue Eindrücke bei Pflegepraktikum für Landtagsabgeordneten Jens Kamieth

- Termine und Aktionen

 

Text und Foto wurde freundlicherweise vom DRK Kreisverband zur Verfügung gestellt:

Ein Pflegepraktikum hat Landtagsabgeordneter und Siegen stellv. Bürgermeister
Jens Kamieth heute beim häuslichen Pflegedienst des DRK-Kreisverbandes
Siegen-Wittgenstein geleistet.

„Nachdem mich das DRK angesprochen hatte, ob ich mir ein Bild über den
Arbeitsalltag einer Pflegekraft im häuslichen Pflegedienst  machen möchte, habe
ich heute spontan Schwester Christine Renard auf Ihrer Tour zu den Patienten
begleitet“, berichtet Jens Kamieth.

 

Jens Kamieth besuchte mit Schwester Renard ab dem frühen Morgen verschiedene
Patienten und unterhielt sich dabei mit den Angehörigen sowie wenn möglich mit
den Patienten.  Dabei wurde sich durchweg positiv dazu geäußert, dass ein
Politiker sich einmal vor Ort informiert, welches die Probleme der Pflegekräfte
aber auch der Patienten sind. Mich hat besonders beeindruckt, dass Herr Kamieth
so „volksnah“ ist und sich alles hat erklären lassen, ohne die Arbeit zu
beinträchtigen. Im Gegenteil, er hat sogar mit sehr gut mit angepackt und bei
der Versorgung der Patienten geholfen. Einer Patientin hat er sogar eigenständig
die Kompressionsstrümpfe angezogen. Das fand ich prima“ freut sich Schwester
Christine Renard.

In Achenbach kam Stephanie Vor, Abteilungsleiterin für die Sozialstationen zu
einem Patienten hinzu. Sie nutzte die Gelegenheit um Jens Kamieth einen
Überblick über den gesamten Pflegedienst wie auch Details zur Prüfung durch den
Medizinischen Dienst der Krankenkassen (MDK), Dokumentationspflichten und die
Zeitknappheit bei jedem einzelnen Patienten zu erläutern. „In den vergangenen
zehn Jahren seien die Kosten der Sozialstationen um 20 Prozent gestiegen.
Ursächlich sind beispielsweise höhere Preise für Benzin und Energie. Aber auch
die tarifgebundenen Personalkosten steigen. Im gleichen Zeitraum erhöhten die
Krankenkassen die Vergütungen um lediglich sieben Prozent. Die erbrachten
Leistungen werden also nicht kostendeckend bezahlt. Zugleich steige jedoch der
Anspruch an die Qualität der Pflege. Dabei ist hochwertige Pflege jedoch für
wenig Geld nicht möglich“, sagt Stephanie.

„Für mich war es ein bewegender Tag mit vielen neuen Eindrücken und
Informationen aus erster Hand. Ich bewundere Menschen wie Christine Renard, die
in Ihrem Beruf täglich mit psychischer und physischer Höchstleistung ausüben und
dabei so viel Wärme und Freude ausstrahlen können. Pflege muss viel mehr sein,
als nur die Verordnung von Leistungen. Pflege muss menschlich sein. Ich habe
großes Verständnis für die aktuelle Aktion „Hilfe! Mehr Zeit für Pflege“ und
sehe großen Bedarf, dass man zum Thema Vergütung und mehr Zeit in Verhandlungen
geht. Ich werde mich am Samstag bei der Kundgebung ab 14 Uhr auf dem Siegener
Kornmarkt der Diskussion um mehr Zeit in der Pflege stellen. Mir fällt es auf
jeden Fall nun leichter nah aus der Praxis zu berichten und Zusammenhänge noch
besser zu verstehen“, sagt Jens Kamieth zum Abschluss seines Praktikums.

Bildunterschriften:
Vl. DRK-Schwester Christine Renard der Sozialstation Siegen erhält Hilfe von
Jens Kamieth, um den Patienten Dieter Jäckel nach seiner Grund- und
Behandlungspflege in seinen Spezialrollstuhl zu setzen.